Adoption
Ein Familienmitglied zieht einEndlich ist es soweit!
Endlich ist es soweit! Dein neuer bester Freund zieht bald bei dir ein. Viele Hunde aus dem Tierschutz haben nur wenig oder auch schlechte Erfahrungen mit dem Zusammenleben mit Menschen und benötigen daher eine gewisse Eingewöhnungszeit. Diese Phase ist bei jedem Tier anders – manche Hunde fühlen sich schon nach wenigen Tagen pudelwohl, andere brauchen Wochen oder sogar Monate.
Es ist ganz normal, wenn die erste Zeit auch mal anstrengend und kräftezehrend wird. Aber keine Sorge: Alles braucht seine Zeit! Das Verhalten eines Hundes ist nicht in Stein gemeißelt, auch wenn es dir zunächst so vorkommen mag.
Eine Adoption ist ein riesiger Einschnitt in deinem als auch dem Leben eines Vierbeiners. Um dir und deinem Hund den Start etwas einfacher zu machen, haben wir hier einen kleinen „Einzugs-Guide“ für dich zusammengestellt.

Ankunft
Es ist ein bisschen wie die “Landung auf dem Mond” – alles neu, jetzt erst einmal durchatmen und die neue Umgebung kennen lernen.

Sicherung
Die Sicherung deines Hundes steht in den ersten Wochen über allem! Das Risiko des Einlaufens darf man in dieser Zeit nicht unterschätzen!

Eingewöhnung
Dein neuer Mitbewohner muss behutsam an den neuen Lebensalltag herangeführt werden – Schritt für Schritt mit Liebe und Geduld.

zusammenführung ersthund
Ganz nach dem Motto “Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance” sollte die Zusammenführung der Hunde gut durchdacht sein.
1. Ankunft im neuen Zuhause
In der Eingewöhnungsphase eines neuen Hundes werden nicht selten und unwissend einige entscheidende Fehler gemacht, die manchmal sogar dazu führen, dass ein Hund wieder aus seinem neuen Zuhause ausziehen soll. Jede Rückgabe bedeutet für einen Hund ein traumatisches Erlebnis, häufig gepaart mit neuen Ängsten durch falsche Behandlung. Um dies zu vermeiden, lese die folgenden Hinweise bitte sorgfältig durch und orientiere dich an ihnen, wenn der Tag des Einzugs gekommen ist:
2. Übergabe
Bitte nehmt euch ausreichend Zeit für die Abholung des Tieres am Übergabeort. Dein Hund kennt dich noch nicht, er weiß nicht, dass du sein „Retter“ bist. Lasse dem Hund Zeit und stürme nicht bei der allerersten Begegnung mit Liebkosungen oder ständigen Ansprachen auf ihn herein. Gelassen-freundliche Zuwendung ist hier die richtige Herangehensweise. Komm zudem bitte nicht mit zu vielen Personen zur Übergabe, sondern, wenn möglich, nur zu zweit.
Der Hund sollte nicht am Übergabeort spazieren gehen, sondern sich erst im neuen Zuhause lösen, doppelt gesichert an einem ruhigen Ort.
3. Zuhause angekommen
Wenn du mit dem Hund zu Hause ankommst, gib ihm bitte erst einmal viel Zeit, um das Haus zu erkunden. Hast du bereits einen Ersthund, solltest du ihn zunächst separieren. Der neue Hund braucht Ruhe, um sich ohne Hektik umsehen zu können.
Bitte auch deine Nachbarn und Verwandten, nicht sofort zur Begrüßung des neuen Mitbewohners ins Haus zu kommen. Gewähre dem Hund einige Tage Eingewöhnungszeit, bevor neue Gesichter auftauchen. Er hat in diesen Tagen bereits unglaublich viel Neues zu verarbeiten.
4. Die Sicherung steht IMMER an erster Stelle!
In der Eingewöhnungsphase, bevor dein Hund eine feste Bindung zu dir aufgebaut hat, besteht ein hohes Risiko, dass er entläuft, sobald sich ihm eine Gelegenheit bietet. Bitte beachte dazu unbedingt unsere gesonderten Hinweise unter “Prio #1 – Die Sicherung”.
Die wichtigste Empfehlung betrifft das Anleinen: Es ist unerlässlich, dass du deinen Hund in den ersten Wochen, vielleicht sogar Monaten, grundsätzlich anleinst. Das gilt immer dann und überall, wo die Gefahr des Entlaufens besteht – sei es bei Spaziergängen oder in Räumen, deren Türen nach draußen du nicht kontrollieren kannst.
5. Eingewöhnung deines neuen “Mitbewohners”
Dein neuer Mitbewohner muss behutsam an den neuen Lebensalltag herangeführt werden. Gib deinem Hund dafür die Zeit, die er braucht. Denk daran: Nicht du, sondern dein Hund mit seinen individuellen Gegebenheiten bestimmt das Tempo der Eingewöhnung!
Vermeide am Anfang stundenlange Spaziergänge. Diese sind für viele Hunde noch zu anstrengend, da sie durch die geringe Bewegung im Tierheim oft kaum Muskulatur mitbringen. Außerdem bedeuten Spaziergänge in der neuen, fremden Umgebung eine starke mentale Beanspruchung. Die vielen neuen Eindrücke können deinen Neuling leicht überfordern.
Ein ängstlicher Hund braucht besonders viel Zeit. Bedränge ihn nicht, lass ihn von sich aus auf dich zukommen. Erst wenn du merkst, dass der Hund beginnt, sich in seiner neuen Umgebung wohlzufühlen, solltest du an einen ersten kurzen Spaziergang denken. Falls du keinen Garten hast, in dem der Hund sich lösen kann, solltest du das „Gassigehen“ möglichst kurz und in ruhiger Umgebung durchführen.
Bitte achte auf deine Körpersprache! Verängstige den Hund nicht, indem du laut auf ihn einredest, frontal auf ihn zugehst, ihn anstarrst oder dich über ihn beugst. Auch wenn all dies mit den positivsten Absichten passiert, wird es dein Hund möglicherweise anders interpretieren. Oft haben die Hunde bereits schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und müssen nun erst langsam wieder Vertrauen fassen. Denk immer daran: Der Hund weiß nicht, dass du sein „Retter“ bist. Er kann deine Liebesbekundungen schnell missverstehen.
Gib deinem Hund einen Ruheplatz, an den er sich zurückziehen kann und an dem er sich sicher fühlt. Niemand sollte ihn dort stören, auch Kinder und andere Haustiere müssen diesen Ort des Rückzugs respektieren.
Auch das Alleinsein muss Schritt für Schritt aufgebaut werden. Übe von Anfang an das Alleinbleiben, indem du den Hund in allmählich länger werdenden Zeitintervallen allein lässt. Nutze dazu die Zeiten, in denen der Hund ohnehin nicht aktiv ist, etwa nach einem Spaziergang oder einer Mahlzeit. Sollte dein Hund dir gar nicht von der Seite weichen, starte zunächst damit, dass du mehrmals pro Stunde den Raum wechselst und die Tür hinter dir schließt. Erst wenn der Hund entspannt liegen bleibt, wenn du dich in einen anderen Raum begibst, solltest du mit dem Alleinsein-Training starten – vorher ist dieser Schritt noch zu groß.
6. Zusammenführung Ersthund – Gut durchdacht zum harmonischen Miteinander
Wenn bereits ein Hund bei dir lebt, sorge für eine erste Begegnung auf neutralem Grund. Eine Zusammenführung sollte idealerweise nicht auf dem eigenen Grundstück stattfinden. Warten Zuhause mehrere Hunde, mache am besten jeden Hund einzeln mit dem Neuankömmling bekannt. Wir empfehlen zunächst, mit Ersthund und Neuankömmling angeleint und mit etwas Abstand zueinander spazieren zu gehen. Seite an Seite, so können die zwei bereits Sicht- und Geruchs Kontakt aufnehmen und sich gegenseitig „abchecken“, ohne direkt konfrontiert zu sein. Vermeide direkte Berührungen der Hunde, solange sie angeleint sind. Viele Hunde haben angeleint eine deutlich größere Individualdistanz. Auch wenn du deinen Ersthund gut einschätzen kannst, musst du dein neues Familienmitglied und dessen Distanzverhalten erst kennenlernen. Hilf ihm dabei, nicht in Bedrängnis zu geraten, damit die erste Begegnung wirklich harmonisch verläuft. Angeleinte Hunde können auch nicht authentisch kommunizieren; ihre Körpersprache wird verstellt, was zu Missverständnissen führen kann.
Denk daran, dass dein vorhandener Hund sich seinen neuen Mitbewohner nicht ausgesucht hat und am Anfang vielleicht Umstellungsprobleme hat. Falls dein Ersthund „schmollt“, solltest du ihn nicht übermäßig trösten. Gehe souverän mit ihm um und sorge dafür, dass er sich nicht benachteiligt fühlt, indem du dich nicht ausschließlich mit dem neuen Hund beschäftigst.
Es wird in der Regel einige Zeit dauern, bis die Hunde ihren Platz in der veränderten Familienkonstellation gefunden haben. Es handelt sich nicht um ein natürlich gewachsenes Rudel, sondern um eine künstlich zusammengewürfelte Lebensgemeinschaft. Sorge dafür, dass jeder Hund seine eigene Rückzugszone hat und achte zudem anfangs auch unbedingt auf eine getrennte Fütterung, um einem Streit um Ressourcen entgegenzuwirken.
Lass die Hunde anfangs nicht unbeaufsichtigt zusammen allein. In der Regel dauert es etwa 14 Tage, bis der Neuankömmling vom Ersthund akzeptiert wird. Nachts sollten die Hunde getrennt voneinander schlafen. Wenn dein Ersthund es gewohnt ist, bei dir im Schlafzimmer zu nächtigen und auch der Neuankömmling dort schlafen soll, empfiehlt es sich, den neuen Hund zunächst im Schlafzimmer in einem Kennel unterzubringen. Lass die Hunde erst dann unbeaufsichtigt zusammen allein, wenn du dir absolut sicher bist, dass sie sich verstehen.
Sollte es nicht „Liebe auf den ersten Blick“ sein – bitte nicht sofort verzweifeln! Es ist ganz normal, dass die Hunde erst „zusammenwachsen“ müssen! Selbst anfängliche Zickereien sind ganz normal und legen sich in der Regel nach einigen Tagen. Daher eine große Bitte: nicht nach 24 Stunden darum bitten, dass die gerade erst bei dir angekommene Fellnase wieder ausziehen muss. Bewahre Ruhe, schaffe Schritt für Schritt durch eine klare Führung ein geregeltes Zusammenleben der Hunde und gib der Beziehung zwischen den beiden Zeit zu wachsen.
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