Adoption

Die Prio #1

Die Sicherung steht an oberster Stelle! 

Wenn dein neuer Hund bei dir ankommt, hat er noch keine feste Bindung zu dir aufgebaut. Das ist völlig normal, birgt aber eine große Gefahr: Er könnte dir entlaufen, sobald sich eine Gelegenheit bietet. In dieser frühen Phase ist das für den Hund extrem gefährlich. Er ist in einer ihm fremden Welt, gerät in Panik, findet nicht zurück und könnte sich verstecken oder kopflos weiterrennen. Die traurige Realität ist, dass ein entlaufener Hund in den meisten Fällen überfahren wird und qualvoll stirbt. Wir sprechen hier aus leidvoller Erfahrung. Es ist daher zwingend erforderlich, dass du deinen Hund besonders in den ersten Wochen und Monaten hundertprozentig sicherst. Denk daran: Du weißt in der Regel nicht, was dein zukünftiger Liebling in seinem bisherigen Leben alles erlebt hat. Du weißt nicht, wovor er sich fürchtet oder worauf er vielleicht panisch reagiert. 

Deshalb bitten wir dich dringend, die folgenden Punkte unbedingt zu befolgen:

Wichtigste Regel: Immer anleinen!

Lass deinen Hund in der ersten Zeit (die mehrere Monate dauern kann) auf keinen Fall von der Leine! Diese Regel gilt natürlich in erster Linie für Spaziergänge, aber auch in allen denkbaren Situationen, in denen die Gefahr des Entlaufens besteht – zum Beispiel in Räumen, in denen du die Außentüren nicht kontrollieren kannst.

Dein Hund muss sich erst an dich, an seinen Namen, an seine neue Umgebung und an alle neuen Gegebenheiten gewöhnen. Vor allem muss er erst Vertrauen und eine feste Bindung zu dir aufbauen, damit er sich abrufen lässt und dir in schwierigen Situationen vertraut. Dann bleibt er bei dir oder kommt zu dir gelaufen, anstatt panisch davonzurennen. Das Abrufen kannst du gut an einer langen Schleppleine einüben. Aber wiege dich nicht zu früh in Sicherheit! Hunde aus dem Tierschutz brauchen meist länger, um Vertrauen in Menschen zu fassen – Angsthunde noch länger!

Und Achtung: Viele Hunde im Ausland werden durch eine sogenannte Fangschlinge gefangen und erleiden dabei eine ausgeprägte Strangulationspanik. Ein Halsband ist daher NIE eine adäquate einzelne Sicherung, da es bei vielen Hunden das Trauma erneut auslösen kann und bei einer Überreaktion des Hundes über den Kopf (aus)gezogen werden kann.

Auf die richtige Ausrüstung kommt es an: 

  • Sicherheitsgeschirr statt einem Standard Geschirr oder Halsband: Viele Hundehalter fühlen sich sicher, wenn ihr Hund ein normales Geschirr trägt. Doch diese Sicherheit ist trügerisch! In Paniksituationen kann sich dein Liebling von dir wegziehen, die Vorderbeine ausstrecken und blitzschnell aus einem einfachen Geschirr oder Halsband schlüpfen. Du kannst dir nicht vorstellen, wie geschickt Hunde bei solchen Befreiungsversuchen sein können. Ein Sicherheitsgeschirr ähnelt einem normalen Führgeschirr, ist aber länger und hat einen zusätzlichen dritten Riemen/Gurt im Bereich der Taille, hinter der letzten Rippe des Hundes. Dieser zusätzliche Riemen verhindert, dass der Hund nach vorne oder hinten herausschlüpfen kann, selbst wenn er sich aus dem ersten Brustring befreit. Achte beim Kauf darauf, dass es sich um ein echtes Sicherheitsgeschirr handelt und nicht um ein als solches beworbenes normales Führgeschirr. Vor der Ausreise teilen wir dir die aktuellen Maßen deines Hundes mit, sodass du vorab ein hochwertiges Modell in der richtigen Größe besorgen kannst.

  • Keine Flexileinen: Flexileinen mögen bequem erscheinen, doch sie bergen erhebliche Risiken – besonders für unsichere Hunde aus dem Tierschutz. Es besteht eine hohe Fluchtgefahr und Panikreaktionen, da das Zurückspulen Geräusche machen kann, die den Hund erschrecken. Er könnte sich auch in der dünnen Schnur verheddern und verletzen. Rutscht die Flexileine aus der Hand, saust die Spule hinter dem Hund her, was selbst souveräne Hunde panisch reagieren und weglaufen lassen kann. Zudem hat eine Flexileine durchaus negative Auswirkungen auf die Leinenführigkeit. Der konstante, leichte Druck einer Flexileine „stumpft“ Hunde ab. Sie lernen nicht, wann Ziehen unerwünscht ist. Wird der Hund zudem am Halsband geführt, führt jedes Blockieren der Leine zu einem schmerzhaften Ruck am Hals – schlecht für das Training und schädlich für die Halswirbelsäule deines Hundes.

  • Sichere Karabiner: Wähle Leinen mit sicheren Scheren- oder Schraubkarabinern. Investiere lieber in eine etwas teurere Ausführung, denn billige Karabiner können schon beim ersten Zug des Hundes (z. B. in Paniksituationen) brechen, und dein Hund ist plötzlich ungesichert.

  • GPS-Tracker: Es empfiehlt sich, zusätzlich am Geschirr einen GPS-Tracker anzubringen. Selbst, wenn du immer auf deinen Hund achtest, Unglücke passieren; ein Hund läuft in euch hinein, du stolperst oder lässt aus irgendeinem anderen Grund die Leine unfreiwillig los – und schon ist es passiert. Mit einem Tracker gehst du auf Nummer sicher und kannst deinen Liebling im Notfall orten.

  • Tasso-Registrierung: Die kostenlose Registrierung bei einem Haustierregister wie TASSO und/oder FINDEFIX ist ebenfalls extrem wichtig und sollte nicht vergessen werden! Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Registrierung automatisch erfolgt, sobald der Chip vom Tierarzt eingesetzt wurde (egal ob im In- oder Ausland). Der Tierarzt setzt den Chip nur ein und trägt die Nummer in den Heimtierausweis ein. Die eigentliche Registrierung in einer Datenbank muss der Halter selbst vornehmen.

Spaziergänge und Transport 

  • Vertraute Spazierwege: Ist dein neues Familienmitglied noch ängstlich? Dann achte bei deinen Spaziergängen darauf, dass du in der ersten Zeit immer von Zuhause aus losgehst. So kann sich dein Hund orientieren und im Falle eines Entlaufens die Chance haben, zurückzufinden. Nimm am Anfang auch immer die gleiche oder ähnliche Strecke, das gibt dem Hund Sicherheit.

     

  • Garten – die versteckte Gefahr: Sollte dein Garten nicht hundertprozentig ausbruchsicher sein, lass deinen Hund in der ersten Zeit niemals unangeleint im Garten! Nutze für den “Freilauf” im Garten ein Sicherheitsgeschirr und eine Schleppleine.

  • Auto: Beim Transport im Auto ist eine Box immer empfehlenswert. Lass dabei ein Stück der Leine heraushängen, um sie zu greifen, bevor du die Box öffnest. Beim Transport auf der Rücksitzbank mit Sicherungsgurt überprüfe vor dem Öffnen der Tür, ob der Gurt nicht durchgekaut wurde, und lege erst dann die Laufleine an. Im Kofferraum ohne Box muss das Tier durch ein Gitter zur Fahrerkabine getrennt sein. Sichere hier das Tier durch eine Leine im Kofferraum. Überprüft auch hier, ob die Leine intakt ist. Deinen Hund um Auto NIEMALS am Halsband, sondern immer am Geschirr befestigen.  

Das alles hört sich vielleicht ziemlich spektakulär an, und ja, die ersten paar Wochen sind es auch. Aber keine Sorge, Hunde sind Anpassungskünstler auf vier Pfoten und werden es euch bald sehr viel leichter machen. Aber zu Beginn gilt immer das Motto: better safe than sorry!

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Lies hier alles, was du rund um die Adoption eines Schützlings wissen solltest.

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