Es ist eine Geschichte, die mit Bildern begann, die man einfach nicht mehr vergisst. Im Sommer 2023 zeigte ich meiner guten Freundin Julie Fotos von drei kleinen Babykitten, die neu in unserer Obhut im Tierheim waren. Da waren sie: drei unwiderstehliche Brüder – einer pechschwarz (Kiko), einer tiefschwarz mit einem weißen Fleck am Hals (Milos) und einer mit einer eleganten schwarz-weißen Zeichnung (Rio).
Ich wusste, dass Julie ein echtes Katzenherz hat und mit den Samtpfoten aufgewachsen ist. Die Begeisterung in ihren Augen war sofort da! „Ich bin sooo verliebt!“, rief sie aus und wollte sofort mit ihrem Freund besprechen, ob sie nicht einem der Brüder ein Zuhause geben könnten.
Am Abend dann die erste Enttäuschung: Eine Nachricht auf WhatsApp, dass ihr Freund noch nicht bereit für eine Katze sei. Doch Julie gab nicht auf. „Ich bearbeite ihn noch ein bisschen!“, schrieb sie mir mit dem unerschütterlichen Optimismus, den nur Tierliebhaber*innen verstehen.
Ihr beharrliches Werben trug Früchte! Die erste kleine Öffnung folgte: Ihr Freund willigte ein – zunächst für einen einzigen Babykater. Wir freuten uns riesig über diesen ersten großen Schritt! Doch die Freude sollte noch weiter wachsen. Nur ein paar Tage darauf kam die nächste, unglaubliche Nachricht: Nachdem sie noch mehr Fotos und Videos der Brüder gesehen hatten, konnten sich beide vorstellen, gleich zwei der Kater aufzunehmen!
Der Vertrag wurde unterschrieben, die Vorfreude riesig. Der große Tag kam. Die beiden Brüder Kiko und Milos machten sich auf die weite Reise von Rumänien in die Schweiz. Wir alle warteten aufgeregt auf ihre Ankunft. Und es war Liebe auf den zweiten Blick – nein, viel tiefer! Julie und ihr Freund verfielen den beiden Katern komplett.
Doch mitten in das junge Familienglück schlich sich ein bittersüßer Gedanke: Was war mit dem dritten Brüderchen, dem schwarz-weißen Rio? Er saß nun ganz allein, ohne seine Geschwister, im Tierheim in Rumänien und hatte noch keine Interessenten. Der Gedanke an die Trennung der drei ließ Julie und ihrem Freund das Herz schwer werden.
Dann geschah das Unglaubliche. Julies Freund – der anfangs nur für einen Kater zu haben war – kam ganz von selbst auf sie zu. „Wir können ihn nicht dort lassen“, meinte er. „Wir müssen auch Rio holen!“ Mehr brauchte es nicht. Unsere Herzen machten einen Freudensprung.
Und so kam es, dass nur wenige Wochen später auch Rio den Weg in die Schweiz fand. Die drei Brüder waren wieder vereint!
Mittlerweile leben Milos, Kiko und Rio seit über zwei Jahren in ihrem fürsorglichen Zuhause. Sie sind zu wahren Lebenskünstlern geworden, die jeden Tag in vollen Zügen genießen. Und sie haben ihre Herzen noch ein Stück weiter geöffnet: Vor einigen Wochen wurden sie stolze große Brüder einer (menschlichen) Babyschwester – und auch diese Veränderung meistern die drei Gentleman mit Bravour.
Ihr Happy End ist eine wunderschöne Erinnerung daran, dass manchmal alles so kommt, wie es sein soll – und dass Herzen, die einmal für die Liebe zu Tieren geöffnet sind, noch viel mehr Liebe fassen können, als man je für möglich hält.

