Im Dezember 2025 habe ich meinen Hund Ares über Das Schwarze Schaf adoptiert und bin dadurch selbst zum Verein gekommen. Schon direkt nach seiner Adoption war für mich klar, dass ich nicht nur meinen eigenen Hund aufnehmen, sondern auch selbst etwas beitragen möchte. So kam ich zum Verein und begann, die Transporte nach Deutschland zu organisieren und zu begleiten. Wenige Monate später kam auch die Vermittlungsarbeit dazu. Mittlerweile bin ich seit fast zehn Monaten im Verein aktiv und habe die Arbeit in Rumänien bisher vor allem aus der Ferne kennengelernt – über Fotos und Videos, im Austausch mit den Menschen vor Ort und natürlich durch die Hunde, die ich selbst vermittelt habe. Umso größer war mein Wunsch, irgendwann selbst einmal dort zu sein.
Ende September war es dann endlich soweit. Gemeinsam mit Jana aus unserem Verein durfte ich sechs Tage in Rumänien verbringen. Jana war bereits zweimal vor Ort und konnte mir viel Orientierung geben. Denn die ersten Eindrücke waren für mich wirklich überwältigend. Plötzlich war all das, was ich bisher nur aus Erzählungen, Fotos und Videos kannte, tatsächlich vor mir. Gleichzeitig gab es so viel zu sehen und zu tun, dass man vieles zunächst einfach aufnimmt und versucht, dort zu helfen, wo es gerade gebraucht wird.
Für mich war es besonders schön, endlich die Hunde kennenzulernen, die ich bisher nur aus der Vermittlung kannte. Ich konnte sie selbst einschätzen, ihr Verhalten beobachten, mit ihnen arbeiten, ihnen teilweise zum ersten Mal ein Geschirr anziehen oder mit ihnen spazieren gehen und natürlich Fotos und Videos für ihre Vermittlung machen. Einige Hunde habe ich anders wahrgenommen, als ich es anhand ihrer bisherigen Beschreibungen erwartet hatte, andere haben mich genau so positiv überrascht. Gerade bei einigen jungen Hunden hat es mich beeindruckt, wie selbstverständlich sie erste Spaziergänge oder den Kontakt mit uns angenommen haben. Gleichzeitig war es manchmal schwer zu wissen, dass so tolle Hunde noch immer keine Anfragen haben und vielleicht noch lange auf ihre Chance warten müssen.

Ich habe unglaublich viele tolle Hunde kennengelernt, von denen ich einige am liebsten selbst mitgenommen hätte, wenn ich könnte. Gleichzeitig hat mir die Reise gezeigt, noch genauer hinzusehen – gerade bei den älteren wie Picco und Groh, den ängstlichen wie Diamond und Charlie oder den schwarzen Hunden wie Romy und Pippo und bei denen, die nicht sofort jedem ins Auge springen. Vor Ort erlebt man, wie viel in diesen Hunden steckt, wenn man ihnen Zeit gibt und sich wirklich mit ihnen beschäftigt. Ein Hund muss nicht sofort auf jeden Menschen zulaufen, um etwas Besonderes zu sein. Gerade die kleinen Fortschritte bei den ängstlichen Hunden haben mich sehr berührt. Wenn ein Hund am ersten Tag noch Abstand hält und am nächsten Tag wiedererkennt, wer da vor ihm sitzt, ein kleines Stück näher kommt oder ein Leckerli aus der Hand nimmt, merkt man erst, wie viel solche kleinen Momente bedeuten.
Gerade deshalb hat sich für mich auch die Vermittlungsarbeit verändert. Jetzt kann ich Interessenten aus eigener Erfahrung erzählen, wie ein Hund auf Menschen reagiert, wie er sich außerhalb des Zwingers verhält und was ihn aus macht. Hinter jedem Foto steht für mich nun ein konkreter Hund, den ich selbst kennengelernt habe. Ich kenne seine Umgebung, seine Eigenheiten und seine kleinen Fortschritte. Dadurch fühlt sich die Vermittlungsarbeit für mich noch einmal viel persönlicher an.
Sehr emotional war für mich auch die Begegnung mit Ares’ Mama Frida, die noch immer bei Maria in unserem Partnertierheim lebt. Sie ist unglaublich scheu und lässt kaum Nähe zu. Vor ihr zu stehen und zu wissen, dass sie den Hund geboren hat, der heute bei mir zu Hause in Sicherheit lebt, hat mich sehr bewegt.

Die Reise hat mir außerdem einen noch größeren Respekt vor der Arbeit der Menschen vor Ort gegeben. Ich konnte selbst sehen, wie viel tägliche Arbeit, Organisation und emotionale Kraft hinter dem Tierschutz steckt. Gleichzeitig wird einem bewusst, wie viele Hunde Hilfe brauchen und dass man trotz allem nicht jedem helfen kann. Diese Realität zu sehen, ist nicht immer leicht.
Zurück in Deutschland merke ich, wie sehr mich die Reise eigentlich beschäftigt. Vor Ort war so viel zu tun, so viel zu sehen und so viele Eindrücke, dass man vieles zunächst einfach nur macht. Erst jetzt mit etwas Abstand kommt bei mir an, wie viele Begegnungen und (emotionale) Momente ich eigentlich mitgenommen habe. Ich sehe die Hunde, die ich vermittle, jetzt mit anderen Augen und möchte diese Erfahrungen in meine weitere Vermittlungsarbeit mitnehmen.
Ich bin unglaublich dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Und auch wenn ich vor meiner Reise schon großen Respekt vor der Arbeit vor Ort hatte, ist dieser Respekt noch einmal deutlich gewachsen.
Und ich weiß ganz sicher, dass das nicht meine letzte Reise nach Rumänien gewesen ist.







