Hallo, mein Name ist Vanessa. Im Juni dieses Jahres habe ich mich entschieden, Pflegestelle zu werden.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich ehrlich gesagt noch nicht genau, wie es sich anfühlt, Pflegestelle zu sein, einen Pflegehund aufzunehmen und ihn wieder abzugeben. Aber ich wusste auch: Wenn ich einem Hund vorübergehend ein Zuhause geben kann, kann ich damit vielleicht etwas verändern.
Dann kam Benito. Ein ängstliches schwarzes Schaf ohne Adoptionsanfragen, der aus einer Tötungsstation vor dem sicheren Tod gerettet wurde.

Sein Einzug war der Beginn einer wunderbaren Zeit. Anfangs war vieles neu, für Benito und für mich. Wir mussten uns kennenlernen, Vertrauen aufbauen und gemeinsam herausfinden, was ihm Sicherheit gibt. Mit Geduld und vielen kleinen Schritten wurde aus einem ängstlichen, scheuen Hund immer mehr ein verspielter, aufgeweckter Junghund, der es liebt, gekrault zu werden.

Gerade die kleinen Fortschritte haben mir gezeigt, wie wertvoll eine Pflegestelle sein kann. Ein Hund bekommt die Zeit, die er braucht, um anzukommen. Er kann in einem normalen Alltag Erfahrungen sammeln, Vertrauen aufbauen und lernen, was ein Zuhause bedeutet. Und irgendwann kommt der Moment, in dem aus einem Pflegehund ein Familienhund wird.

Auf diesem Weg war ich nicht allein. Das Schwarze Schaf hat mich von Anfang an begleitet und mir bei Fragen zur Seite gestanden. Zusätzlich hat mir eine Hundetrainerin in der Anfangszeit geholfen, Benito und seine Bedürfnisse besser zu verstehen. Ich musste also nicht von Anfang an alles wissen, ich durfte lernen.
Für mich hat sich mein Alltag vollkommen geändert. Von Perfektionismus und Druck im Studium hin zu einem Alltag voller erster Male, Spaziergänge und Kuscheleinheiten.


Und dann kam der Tag, an dem Benito sein eigenes Zuhause gefunden hat.
Natürlich war die Abgabe emotional. Schließlich war er über Wochen ein Teil meines Alltags geworden. Gleichzeitig war genau das der Moment, auf den wir hingearbeitet hatten. Zu sehen, wie ein Hund, der einmal ängstlich und unsicher war, aufblüht und Menschen findet, die zu 100 % zu ihm passen, ist etwas ganz Besonderes.

Eine Pflegestelle zu sein bedeutet für mich nicht, einen Hund wieder abzugeben. Es bedeutet für mich, ihm dabei zu helfen, anzukommen und sich zu entfalten.
Benito hat mir gezeigt, wie viel sich verändern kann, wenn ein Hund die benötigte Zeit, Geduld und Sicherheit bekommt. Und er hat auch bei mir etwas verändert. Ich habe gelernt, kleine Fortschritte mehr zu schätzen, Vertrauen nicht als selbstverständlich zu sehen und manchmal genau dann loszulassen, wenn man jemanden besonders liebgewonnen hat.


Heute weiß ich: Ich würde es wieder tun.
Und vielleicht geht es dir gerade genauso wie mir damals. Vielleicht hast du schon einmal darüber nachgedacht, Pflegestelle zu werden, bist dir aber noch nicht sicher, ob du der Aufgabe gewachsen bist.
Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen: Du musst nicht alles können, bevor der Pflegehund einzieht. Du musst nicht alles wissen. Wichtig ist, dass du bereit bist, dich darauf einzulassen, zu lernen und dir helfen zu lassen.
Für Benito war ich nicht nur eine Zwischenstation, sondern das Beste, was ihm hätte passieren können, um ein wirklich tolles Hundeleben führen zu können. Nicht nur zu überleben, sondern jetzt in seinem neuen Leben mit Stärke und Vertrauen ein Leben voller Liebe führen zu können.
Und genau deshalb freue ich mich schon auf meinen nächsten Pflegehund: Kaipo.
Du möchtest selbst einem Hund den Start in ein neues Leben ermöglichen? Hier erfährst du mehr darüber, wie du Pflegestelle werden kannst.

