Ich bin Hundetrainerin in Bremen und habe mich auf Hunde aus dem Tierschutz spezialisiert – insbesondere auf Hunde mit Anpassungsschwierigkeiten und Unsicherheiten. Die meisten Hunde aus dem Auslandstierschutz kommen derzeit aus Rumänien. Entsprechend lebt auch ein Großteil meiner Kund:innen mit einem rumänischen Hund zusammen.
Wenn ich ihnen etwas über die Herkunft ihrer Hunde erzähle, möchte ich wissen, wovon ich spreche – und nicht nur wiederholen, was ich gehört oder gelesen habe. Ich möchte die Hunde vor Ort erlebt und gesehen haben, unter welchen Bedingungen sie lebten, bevor sie nach Deutschland kamen. Außerdem wollte ich mich mit den Menschen austauschen, die sich vor Ort um diese Hunde kümmern.
Ähnliche Beweggründe hatten auch Marilen und Rieke: verstehen, woher die Hunde – und insbesondere der eigene Hund – eigentlich kommen. Wie sah ihr Alltag vor dem Zusammenleben mit Menschen aus? Und hält das, was beiläufig über Rumänien, die Straßenhunde und die Shelter erzählt wird, einem Realitätsabgleich stand?

Wir haben Menschen wie Laura und Maria kennengelernt, die trotz schwieriger Umstände ihr Bestes für die Hunde geben. Sie schätzen die Hunde realistisch ein und arbeiten vor Ort mit ihnen, um ihre Chancen auf eine Vermittlung zu erhöhen.
Wir haben scheue, schüchterne, offene, freundliche, freche, misstrauische, ängstliche und lustige Hunde kennengelernt. Wir haben Hunde gesehen, die ein selbstbestimmtes Leben auf der Straße führen. Wir haben aber auch Hunde gesehen, die im Shelter ein tristes Leben führen und bei denen dennoch fraglich bleibt, ob sie an unserer Seite tatsächlich glücklicher wären.
Wir haben Hunde kennengelernt, für die eine Ausreise die Chance auf ein besseres Leben wäre. Und wir haben Hunde getroffen, die sich sehr nach menschlicher Nähe und Aufmerksamkeit sehnen.
Es ist wichtig, genau hinzuschauen: Welche Hunde sind den Anforderungen gewachsen, die unser Alltag und die Menschen hier an sie stellen werden? Und welche Hunde wären mit unseren Lebensumständen möglicherweise überfordert?
Im Shelter haben wir uns deshalb besonders auf die Hunde konzentriert, die zwar scheu, gleichzeitig aber sehr neugierig sind. Wir haben mit ihnen geübt, sich anfassen und streicheln zu lassen, ein Halsband oder Geschirr zu tragen und an der Leine spazieren zu gehen.

All das ist neu und ungewohnt für diese Hunde. Gleichzeitig ist es genau das, was sie in Deutschland, der Schweiz oder Luxemburg erwarten würde.
Auch wenn wir einiges erreichen konnten, war die Zeit vor Ort einfach zu kurz. Was vielen dieser Hunde helfen würde, wären geeignete Pflegestellen.
Insbesondere Hunde wie Sienna, Pebbels, Frodo, Luna, Kiko, Jamie, Rasty, Mia, Aimy, Lilly und Pep brauchen Menschen an ihrer Seite, die ihnen das Leben und den Alltag mit uns erklären. Sie alle haben Potenzial und sind uns während unserer Zeit in Rumänien sehr ans Herz gewachsen.
Neben diesen Hunden, die etwas mehr Starthilfe benötigen, gibt es im Shelter auch Hunde, die den Menschen bereits jetzt sehr zugewandt sind. Dazu gehören beispielsweise Jack, Marvel, Paula, Akira, Willow, Ginny, Samia, Yago, Randy, Droopy und Brownie – und noch viele weitere.
Doch auch sie müssen sich nach ihrer Ankunft zunächst akklimatisieren und würden daher sehr von einer Pflegestelle profitieren.
Wir sind wirklich froh, dass wir uns für unsere Reise für Das schwarze Schaf entschieden haben. Die Zusammenarbeit war toll.
Marilen, Rieke und Saskia

